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Allgemein Jun 06, 2017 5 Comments

Omen oder Abzählreim?

Tatsache ist, dass in jedem Winkel eines jeden gut gefüllten Tages mindestens zwei verlockende Möglichkeiten lauern, vom ursprünglichen Tagesplan abzuweichen und sich auf herrlich verschlungenen Pfaden in kulturellen Machenschaften zu verzetteln. Und das würde auch sowasvon Sinn machen. Und Spaß. Und eine riesengroße Menge Energie freisetzen, die dringend gebraucht wird, um den ganz normalen Wahnsinn zu bewerkstelligen. An dieser Stelle geht mal ein Gruß raus, an alle Lehrer*innen kurz vor den Sommerferien. Jedesmal scheint die Zeitrechnung genau nur bis zu diesem Tag zu reichen, an dem die Schutzbefohlenen, nichtsahnend was sich hinter den Kulissen abspielt, mit ihren Umhängetäschchen aus dem Schulhaus schlendern.

Denn an genau diesem Tag fällt auf den Ämtern der Hammer, werden Deadlines überschritten und bei nicht datumsgerechtem Posteingang Mittel nicht bewilligt. Kurz: Die Welt geht unter!

Um Lehrer*innen dahingehend früh zu konditionieren, gibt es ab dem Refrendariat spezielle Kalender. Diese bekommt man ob man will oder nicht von der Sparkasse geschenkt oder man bestellt sie bei speziellen Verlagen, die nur spezielle Lehrersachen drucken. Die Zeitrechnung richtet sich dabei nicht wie bei normalen Menschen nach Jahren, sondern nach Ferien. Und dieses Schuljahr ist kurz. Sehr kurz. Und der Lehrerplaner ist dünn. Sehr dünn, obwohl der ganze zu erledingende Kram natürlich nicht weniger viel ist. Neulich in der Konferenz bei einer Terminabsprache, entdeckte ich im Timer des neben mir sitzenden Kollegen, dass das geplante Datum schon belegt war. Vom Verlag eingedruckt stand da: An den neuen Kalender denken.

Weil nun alles so hektisch und eng und kurz und verplant ist heißt es für die kulturaffine Lehrerin: Nischen nutzen. Zwischenräume ausdehnen. Der Life-Work-Balance den Mittelfinger zeigen. Gut-Ding-will-Langeweile-haben in den Wind schreiben.

Schlafen wird total überbewertet!

Wir hechten vom Schulamt über die Uni in die Schule, putzen uns fein raus, um die die Kids beim unplugged-Konzert anzufeuern, melden uns trotz Zeugniskonferenzen beim MUTIK-KulturCamp an, organisieren ein Third-Space Photoshooting wo doch nachmittags die Noten eingetragen sein sollen, fahren zur Dokumenta und knallen uns die letzte Schulwoche mit Kooperationsprojekten zu. Weil all das enormern Sinn macht. Und Spaß.

Und ist ja nicht mehr lang. Bald sind Sommerferien! Halleluja, Hurra & Jippieh Jeah!

fraugerhardt

Dörthe Gerhardt (Jg.1977), Förderschullehrerin mit den Schwerpunkten Inklusion und Kunst an der Richtsberg-Gesamtschule Marburg / Kulturschule des Landes Hessen. Studentin des Masterstudiengangs Kulturelle Bildung an Schulen.

5 Comments

  1. Birte Waldeck

    Kommt mir seeeehr bekannt vor dein Szenario. Bin gespannt auf weitere Szenarien.

  2. Beate Wildhirt

    Das regt mich an, mich mal wieder an Zettels Traum zu wagen, den meim Mann irgendwo auf einem starken Regalbrett lagert.
    Deine Schule geht mir nicht aus dem Sinn, liebe Dö!

  3. Bo

    Und wir haben die wunderschöne Lampe ‚Zettel’z‘ von Ingo Maurer über dem Esstisch hängen. Oh, kann man sich dort herrlich verzetteln… Da hängt auch ein Zettel von Dir dran, liebe Dö! Man muss immer etwas haben worauf man sich freut! Ist zu einem Leitzettel für uns geworden 🙂

  4. Liebe Dörthe,

    Deine Seite lädt mich zum protestieren ein (feminin :)!) – aber ist vieleicht auch ein Freiraum zum denken und loszetteln?
    Ich finde euren Schulstil so gar nicht verzettelt und hätte gedacht jetzt kommt die Richts-Lenkung :)!

    Gaby

  5. Sybill Hecht

    Hi Dö,
    wie ist es in der Welt als Bloggerin? Ich such noch das Survival Outfit, um im Netz abzutauchen.
    Bist du dir sicher, dass du verzettelt bist? Habe dich eher anders wahrgenommen. Aber wenn du mehr brauchst hier unter: http://www.post-it.com oder eher was Kreatives? : https://www.youtube.com/watch?v=aVgeJ5eqlSM Die Clara sieht ein bisschen aus wie die DÖ!!!
    Oder versucht eine Annährung nach Joseph Kosuth mit einem Verzettlungskonzept.
    Also ich hechte dann auch noch eine Woche und glaube fast zu versumpfen im Schlamm des Systems.
    Bye

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